Das Thema Webanalyse wurde bisher in Österreich leider nur wenig beachtet. Webanalyse befasst sich mit der Erfassung und Auswertung des Verhaltens von Besuchern auf Webseiten. Dies liefert einerseits Hinweise darauf, wo die Benutzbarkeit der Website verbessert werden kann und wann Besucher die Seite verlassen. Andererseits hilft es dabei, die Effektivität von Werbeeinschaltungen zu bewerten und zu Verbessern. Es wird auch erfasst wie die Besucher auf die Seite gelangen und ermöglicht es so die wertvollsten Verlinkungen ausfindig zu machen.
Der im Oktober 2009 von e-dialog präsentierte Webanalyse-Report stellt fest, dass es im Vergleich zu 2008 keine Professionalisierung des österreichischen Webanlyse-Marktes gegeben hat. Und das obwohl die Zahl der Werbeformen und Werbekanäle im Internet stetig zunimmt.
Bemerkenswert sind die teilweise groben Mängel bei Datenschutz und Privacy: die Hälfte der untersuchten Unternehmen klären ihre Nutzer nicht ordnungsgemäß über den Einsatz der Webanalysesoftware auf, obwohl dies sogar in den allgemeinen Geschäftsbedingungen der Webanalyse-Systeme vorgeschrieben ist.
Im Report werden mehrere Trends am Webanalysemarkt festgestellt. Im Folgenden finden Sie die aus meiner Sicht spannendsten drei Trends:
- Das Verknüpfen von Daten aus verschiedensten Quellen ermöglicht nie dagewesene Einblicke in das Verhalten von Websitebesuchern. Ein oft genanntes Beispiel ist etwa das Verknüpfen von Kauf-Daten mit Wetterinformationen. Hier muss natürlich besonders auf den kausalen Zusammenhang geachtet werden, um nicht Scheinkorrelationen aufzusitzen.
- Die ganzheitliche Betrachtung von Kampagnen wird durch die neuen Methoden der Webanalyse in einem nie dagewesenen Ausmaß erledigt. Bis jetzt wurde der Erfolg einzelner Kampagnen kaum mit vorangegangenen Kampagnen in Verbindung gebracht. Dies ist aber nicht richtig, da auch vermeintlich nicht erfolgreiche Kampagnen zum Erfolg späterer beitragen können.
- Der Funktionsumfang der Systeme im Top-Segment gleicht sich immer weiter an, und auch die teilweise freien Alternativen aus dem Mittelfeld haben einen Funktionsumfang erreicht, der selbst gehobenere Ansprüche befriedigt. Die Top-Player versuchen mit besserer Beratung und besserem Service zu punkten.
